Loyalitätskrise

78 Prozent der US-Konsumenten und 65 Prozent der deutschen Konsumenten haben laut einer McKinsey-Studie aufgrund der Pandemie im Jahr 2020 das Geschäft, die Marke oder die Art und Weise, wie sie einkaufen, gewechselt.

Mannschafts­sport

Man hört bei Spitzensportlern immer das gleiche Lied. Auf die Reporterfrage kurz vor Saisonbeginn, wie es denn um die Erfolgsaussichten bestellt sei, kommt die vollautomatische Antwort: Habe gut trainiert, aber wo ich stehe, wird das erste Rennen/Match zeigen. „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ ist dazu das passende Fußballerzitat der deutschen Trainerlegende Otto Rehhagel. Banal, aber weise.

Krisen für Gewinner

Jede Krise kennt ihre Sieger und Verlierer. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen hat die Spreu vom Weizen besonders gut getrennt. Auf globaler Ebene zeigt sich das in Marken Rankings wie jenem von Brand Finance, das alljährlich die 500 wertvollsten Marken der Welt nach ihrem Markenwert reiht. Ein paar nackten Fakten, gemessen an der Veränderung des Markenwerts im Vergleich Jänner 2020 zu Jänner 2021:

Sichtbarkeit

Elon Musk, der Hauptdarsteller meines Blogs Markenkapitalisierung, passt dazu gerade wie maßgeschneidert.

Vor wenigen Tagen wurde es publik:

Mit einem geschätzten Privatvermögen von 188 Milliarden Dollar, hat Tesla-Boss Elon Musk den Amazon-Chef Jeff Bezos hinter sich gelassen und ist damit laut dem Milliardärs-Ranking – Bloomberg Billionaires Index offiziell der reichste Mann auf Erden.

Markenkapitalisierung

Stellen Sie sich bitte zwei Autokonzerne vor. Konzern A verkaufte im Vorjahr weltweit elf Millionen Neufahrzeuge, Tendenz steigend. Konzern B verkaufte im selben Zeitraum 367.500 Autos, also rund 30 Mal weniger. Preisfrage: Welcher der beiden Konzerne hat den höheren Marktwert? Sie ahnen die richtige Antwort (B) aufgrund der Fragestellung. Aber wie ist das denkbar? Lassen Sie uns zunächst der Sache Namen geben und das Ganze mit erstaunlichen Zahlen garnieren. Konzern A war in unserem Beispiel VW, Konzern B Tesla. Letzterer hat mittlerweile einen Marktwert von 180 Milliarden Dollar und somit nicht nur mehr als VW, sondern sogar um rund 20 Milliarden Dollar mehr als die deutschen Giganten VW, Daimler und BMW zusammen. Besagte Marktwerte ergeben sich übrigens aus der simplen Multiplikation aller im Umlauf befindlichen Aktien mit dem Börsenkurs. Börsenprofis nennen es Marktkapitalisierung. Ich nenne es Markenkapitalisierung.

Vertrauen unter Experten

Eine Frage. Wem vertrauen Sie mehr? Unternehmen A, dass Sie mit Bestangeboten mitten in der Pandemie ins Geschäft lockt (wenn nicht gerade ein Lock-down verordnet wurde), um richtig Kasse zu machen – oder Unternehmen B, das Ihnen selbst zu den Öffnungszeiten anrät, jetzt erst mal zu Hause zu bleiben, eventuell online zu bestellen und so auf Ihre Sicherheit und jene Ihrer Familie zu achten? Die Antwort fällt nicht schwer, auch wenn ich zugeben muss, dass die Fragestellung etwas suggestiv formuliert ist. Sei’s drum.

MARKETING – Return on Investment

Ich möchte mit Ihnen, werte Leser dieses Blogs, gerne einen kleinen Eingangstest machen. Denken Sie, dass es möglich ist, dass Sie die Marke eines Unternehmens erraten, wenn ich Ihnen als Information lediglich drei Worte präsentiere? Versuchen wir es. Spektakel, Risiko, Dose. Haben Sie jetzt an Red Bull gedacht und zugleich „Das war ja einfach“ gemurmelt? War es wirklich so einfach? Bedenken Sie, wie spärlich Ihr Informationsstand war. Sie wussten weder etwas von der Branche, noch kannten Sie den Unternehmensslogan. Sie haben mit drei relativ beliebigen, häufig verwendeten Worten eine einmalige Assoziation zu einer Marke gefunden, die in einem von tausenden Unternehmen umkämpften Markt offensichtlich Einzigartiges zu Wege bringt. Und Sie haben damit die Marketingabteilung eines Unternehmens „geadelt“, das seit mehr als 20 Jahren zweifelsfrei eine der beachtlichsten und erfolgreichsten Strategien fährt, die es weltweit zu beobachten gibt.

Customer Journey – Erlebniswelt Marken-Beziehung

Ist Ihnen der Singes‘ Day ein Begriff? Initiiert wurde er an der Universität Nanjing in China, die im Jahr 1993 den 11.11. – die Zahl 1 soll einen Single symbolisieren – zum Jahrestag auserkor, an dem sich junge alleinstehende Chinesen treffen sollen, um neue Kontakte herzustellen und im besten Fall ihr Singledasein zu beenden. Die Idee machte Furore und mutierte über die Jahre hinweg zum mittlerweile umsatzstärksten Onlineshopping-Tag der Welt. Verantwortlich zeichnet dafür das chinesische Onlinehandel-Imperium Alibaba.

Die Moral von der Geschichte

„Das ist die perfekte Welle. Das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen. Denk am besten gar nicht nach.“
Erinnern Sie sich an den Refrain der Debütsingle der deutschsprachigen Pop-Rock-Band Juli? Im Herbst 2004 stürmte das Lied mit der fröhlichen, Mut machenden Botschaft auf Platz 2 der deutschen Charts. Wenige Wochen später, ab 26. Dezember 2004, Tag der verheerenden Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean, wurde der Happy-Song von den meisten Radiosendern nicht mehr gespielt. Eine „Welle“ assoziierte man ab sofort mit Tod und Leid. Das Lied und seine Botschaft wurden von einer neuen Realität eingeholt und überholt.

CEO – Gesicht, Marke, Verantwortung

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Antoine de Saint-Exupéry, Kult-Autor („Der kleine Prinz“). „Alles, von dem sich der Mensch eine Vorstellung machen kann, ist machbar.“ Wernher von Braun, Wegbereiter der Raumfahrt. Zwei meiner Lieblingszitate, die ich so frei bin sinngemäß zu kombinieren.